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Qualitätszirkel Ernährung RLP e.V. feiert Jubiläum und Neubeginn

10 Jahre Qualitätszirkel Ernährung Rheinland-Pfalz e.V. feierten die Mitglieder mit einem Jubiläumstreffen in Rheinhessen. Eine Kräuterwanderung und entspanntes Zusammensein bei kulinarischen Genüssen bildeten einen guten Rahmen, die erfolgreiche Zeit Revue passieren zu lassen.

Im Jahr 2006 wurde der QZE e.V. als landesweites Netzwerk in Grünstadt gegründet. Ziel war und ist die Qualitätssicherung der ambulanten Ernährungsberatung und Ernährungstherapie. Alle Mitglieder des Qualitätszirkels können das Staatsexamen als Diätassistentin oder ein Studium der Oecotrophologie vorweisen und sind darüber hinaus für die qualifizierte Ernährungsberatung zertifiziert. Langjährige praktische Erfahrungen und produktneutrale Beratung waren ebenfalls Voraussetzung für die Aufnahme im QZE e.V.

Aus den Qualitätszirkeltreffen sind schnell weitere Projekte entstanden. So ist der QZE e.V. heute wichtiger Ansprechpartner in den Bereichen Ernährungsbildung, Gesundheitsförderung und Weiterbildung. Dies zeigt sich besonders in der Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten beim Projekt „Gut versorgt im hohen Alter“, das der QZE seit 2012 gemeinsam mit der Verbraucherzentrale RLP durchführt. Gleichzeitig mit dem Jubiläum kann der QZE e.V. ein weiteres Projekt vorstellen:

Die Gründung der QZE-Werkstatt. Diese soll dem Bedarf an qualifizierten Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte, Ärzte und Multiplikatoren Rechnung tragen. Die erste Veranstaltung im November hatte das Thema Ernährung vor und nach Adipositas-Chirurgie im Fokus. Für die 16 Teilnehmerinnen war dies ein gelungener Auftakt.

An Ideen und Engagement mangelt es den Mitgliedern auch hier nicht. Die weiteren Themen der QZE-Werkstatt im Frühjahr sind: Gesund ins Leben – Ernährung im Säuglingsalter und Mikrobiota, Ernährung und Darmgesundheit. Hierzu kann sich bereits auf der neuen Homepage angemeldet werden: www.qze-werkstatt.de

Der QZE e.V. verzichtet bei seinem Jubiläum bewusst auf einen großen Rahmen und unterstützt stattdessen RPR1-hilft-Aktion für Familien in Not.

Hier erscheinen monatlich neue Informationen rund um das Thema Ernährung

"Demenz is(s)t anders!"

Seminar für MitarbeiterInnen der Bereiche Pflege, Küche und Hauswirtschaft in Senioren- und Pflegeheimen

Qualitätszirkel Ernährung Rheinland-Pfalz e.V. (QZE RLP)

Weitere Informationen und Anmeldung


Projekt "Gut versorgt ins hohe Alter"

Workshops für Mitarbeiter/innen von Einrichtungen der Altenhilfe und Wohnformen für ältere, pflegebedürftige Menschen

Projekt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. (VZ RLP) und des
Qualitätszirkels Ernährung Rheinland-Pfalz e.V. (QZE RLP)

Weitere Informationen und Anmeldung


2017

Für Sie gelesen im September:

Warum teurer Wein scheinbar besser schmeckt
Kostet eine Flasche mehr, spielt uns das Belohnungszentrum im Gehirn einen Streich


Preisschilder beeinflussen die Wahrnehmung: Der gleiche Wein schmeckt Probanden besser, wenn er mit einem höheren Preis ausgezeichnet ist. Wissenschaftler der INSEAD Business School und der Universität Bonn haben herausgefunden, dass das Belohnungszentrum im Gehirn eine positive Geschmackswahrnehmung verstärkt. Insbesondere sind dabei das Frontalhirn und das ventrale Striatum beteiligt. Die Ergebnisse sind nun im Fachjournal „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Es ist bekannt, dass ein höheres Preis zum Beispiel für Schokolade oder Wein die Erwartung dahingehend steigert, dass das Produkt auch besser schmeckt. „Allerdings war bislang unklar, wie im Gehirn die Preisinformation letztlich dazu führt, dass teurer Wein auch als besser schmeckend wahrgenommen wird“, sagt Prof. Dr. Bernd Weber, Geschäftsführender Direktor des Center for Economics and Neuroscience (CENs) der Universität Bonn. Das Phänomen, dass identische Produkte durch verschiedene Preise unterschiedlich wahrgenommen werden, wird als „Marketing-Placebo-Effekt“ bezeichnet. Wie bei einem Scheinmedikament entfaltet er allein durch zugeschriebene Eigenschaften eine Wirkung: „Qualität hat ihren Preis!“

Wie unterschiedliche Preise im Gehirn in entsprechende Geschmackserfahrungen übersetzt werden, wenn sich der verkostete Wein nicht unterscheidet, werteten die Wissenschaftler an 30 Studienteilnehmern, davon 15 Frauen und 15 Männer im Durchschnittsalter von rund 30 Jahren aus.

Liegende Weinverkostung

Die Weinverkostung fand liegend im Kernspintomografen statt, mit dem die Aktivität der Gehirnregionen aufgezeichnet wurde. Zunächst wurde der Preis des Weines eingeblendet. Dann wurde nur rund ein Milliliter der unterschiedlichen Weine über einen Schlauch in den Mund der Probanden zugeführt. Darauf konnten die Teilnehmer mit einem Knopf auf einer neunteiligen Skala bestimmen, wie gut ihnen der Wein geschmeckt hat. Anschließend wurde der Mund mit einer neutralen Flüssigkeit gespült und die nächste identische Weinprobe zur Verkostung zugeführt. Sämtliche Experimente wurden am Hirnscanner des Life & Brain Zentrums an der Universität Bonn durchgeführt.

„Der Marketing-Placebo-Effekt hat seine Grenzen: Wenn zum Beispiel eine Plörre für 100 Euro angeboten würde, bliebe er absehbar aus“, sagt Prof. Weber. Deshalb führten die Wissenschaftler die Versuche mit einem Rotwein durch, für den im französischen Handel eine Flasche rund zwölf Euro kostete. Im Kernspintomografen wurden hierfür zufällig als Preis drei, sechs und 18 Euro eingeblendet. Um die Studie möglichst realistisch zu gestalten, bekamen die Teilnehmer ein Startguthaben von 45 Euro. Pro Verkostung wurde der angezeigte Betrag in manchen Versuchsabläufen von diesem Konto abgebucht.

„Wie erwartet gaben die Probanden an, dass der Wein mit dem höheren Preis besser schmeckt als ein scheinbar günstigerer“, berichtet Prof. Dr. Hilke Plassmann von der INSEAD Business School mit Campus in Fontainebleau (Frankreich), Singapur und Abu Dhabi. „Jedoch spielte es keine Rolle, ob die Testpersonen den Wein auch bezahlen mussten, oder ob sie ihn umsonst bekamen.“ Identischer Wein führe zu einem besseren geschmacklichen Erlebnis, wenn damit preisbedingt eine höhere Erwartung verbunden ist.

Das zeigte sich auch im Kernspintomografen. Das Forscherteam fand heraus, dass bei höheren Preisen vor allem das Frontalhirn und zudem auch das ventrale Striatum stärker aktiviert wurden. Während das Frontalhirn insbesondere am Preisvergleich und damit der Erwartung beteiligt zu sein scheint, ist das ventrale Striatum Teil des Belohnungs- und Motivationssystems. „Das Belohnungssystem wird bei höheren Preisen deutlich stärker aktiviert und verstärkt auf diese Weise offenbar das Geschmackserlebnis“, sagt Prof. Weber.

Wie lassen sich Placebo-Effekte eindämmen?

„Letztlich spielt uns das Belohnungs- und Motivationssystem einen Streich“, erklärt Dr. Liane Schmidt von der INSEAD Business School. Es gaukelt uns durch höhere Preise einen Geschmack vor, der durch den Wein selbst an sich nicht gerechtfertigt ist, weil es sich ja bei allen Verkostungen objektiv um das identische Produkte handelte. „Die spannende Frage ist nun, ob man das Belohnungssystem trainieren kann, damit es weniger empfänglich für solche Placebo-Marketing-Effekte wird“, sagt Prof. Weber. Möglicherweise könnte dies gelingen, indem die eigene Körperwahrnehmung – wie zum Beispiel der Geschmack – stärker geschult wird.

Quelle: Universität Bonn - Neues, 14.08.2017

Weitere Informationen:
Liane Schmidt, Vasilisa Skvortsova, Claus Kullen, Bernd Weber und Hilke Plassmann, How context alters value: The brain’s valuation and affective regulation system link price cues to experienced taste pleasantness, Scientific Reports, DOI: 10.1038/s41598-017-08080-0


Für Sie gelesen im August:

Sommerzeit!
Spülschwämme öfter wechseln



Schlechter Geruch zeigt Verkeimung an

Egal ob es sich um Spültücher oder Topfschwämme handelt, spätestens wenn Spülutensilien zu riechen beginnen, sollten sie durch neue ersetzt werden. Bei mehrfachem täglichem Gebrauch bleiben Spülschwämme und Co. etwa eine Woche lang gebrauchstauglich. Am wenigsten schnell verkeimen sie, wenn sie nach Gebrauch gründlich ausgewaschen und zum schnellen Trocknen an einem luftigen Platz aufgehängt beziehungsweise aufbewahrt werden. Wer Tücher mehrfach verwenden möchte, sollte sie bei 60 ° C mit Vollwaschmittel in der Waschmaschine reinigen. Nur so lassen sich die Gehalte an Bakterien und anderen Mikroorganismen so weit reduzieren, dass sich die Utensilien anschließend gut zum Beispiel als Putzlappen eignen.

Vom Erhitzen in der Mikrowelle sollte man dagegen die Finger lassen: erstens können Lappen oder Schwämme zu brennen beginnen, wenn sie zu lange erhitzt werden. Zweitens verringert sich dadurch vor allem nur die Anzahl der ungefährlichen Mikroorganismen, wie erstmals jetzt in einer wissenschaftlichen Untersuchung der Hochschule in Furtwangen ermittelt wurde. Die potenziellen Krankheitserreger überlebten dagegen das Mikrowellenerhitzen besser und konnten sich anschließend und in größerem Maße stärker vermehren als die ungefährlichen Mikroorganismen.

Quelle: BZfE 02.08.2017

Weitere Informationen:
www.nature.com
www.bfr.bund.de
www.bzfe.de

Für Sie gelesen im Juli:

Sommerzeit!
Was Eltern von Säuglingen jetzt übers Trinken wissen müssen

Beratungstipp vom Netzwerk Gesund ins Leben – Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, sind Eltern oft unsicher, ob ihr Säugling jetzt mehr Flüssigkeit braucht. Fachkräfte können hier durch gezielte Information Ängste nehmen. Ein voll gestilltes oder mit Säuglingsmilchnahrung ernährtes gesundes Kind braucht auch bei Sommerhitze keine zusätzlichen Getränke, erklärt das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums.

Sowohl Muttermilch als auch Formulanahrung enthalten genügend freies Wasser, um alle Stoffe mit dem Urin auszuscheiden, die ausgeschieden werden müssen. Gleichzeitig bleibt beim gesunden Säugling ausreichend Wasser fürs Schwitzen, fürs Atmen und den Stuhl übrig. Wird der Säugling bereits an Beikost herangeführt, braucht er erst bei der Einführung des 3. Breis zusätzliche Flüssigkeit und zwar am besten Wasser [1, 2].

Krankheiten können den Flüssigkeitsbedarf des Säuglings erhöhen. Bei Fieber, Durchfall oder Erbrechen kann daher eine frühere und auch zusätzliche Flüssigkeitszufuhr nötig sein. Gestillte Säuglinge sollten in dieser Zeit häufiger angelegt werden. „Durch das Stillen nach Bedarf wird ausreichend Muttermilch gebildet, um die benötigte Menge an Flüssigkeit zu decken“, erklärt Prof. Hildegard Przyrembel, Kinder- und Jugendärztin im Netzwerk Gesund ins Leben. Nicht-gestillten Säuglingen kann zwischen den Mahlzeiten Wasser angeboten werden. Verdünnen von Säuglingsmilchnahrung ist nicht nötig und kann im Extremfall problematisch sein. So kann es zu schlechtem Gedeihen kommen, wenn Säuglinge zu stark verdünnte Nahrung erhalten, oder zu Wasserintoxikation, weil Säuglinge aus Hunger zu viel von der verdünnten Nahrung trinken und das zusätzliche Wasser über die Nieren nicht ausscheiden können.

Säuglingsmilchnahrung soll immer frisch vor der Mahlzeit zubereitet werden. Schon zubereitete, aber nicht getrunkene Reste sollen verworfen werden – und auf keinen Fall für die nächste Mahlzeit aufbewahrt werden [3]. „Diese allgemeine Empfehlung hat im Sommer besondere Bedeutung, weil sich krankmachende Keime unter warmen Bedingungen noch schneller vermehren.“, betont Przyrembel.

Einen ausführlichen Ratgeber rund um die Ernährung des Säuglings im 1. Lebensjahr und der stillenden Mutter bietet die App Baby und Essen. Sie ist vom Netzwerk Gesund ins Leben für junge Eltern entwickelt. Neben den Infos für jeden Lebensmonat gibt es Checks, Rechner und Rezepte zur Unterstützung im Familienalltag. Informationen zur App finden Sie unter www.gesund-ins-leben.de/app

Quellen:
[1] Koletzko B, Bauer CP, Cierpka M et al. Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen. Aktualisierte Handlungsempfehlungen von "Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie", eine Initiative von IN FORM. Monatschr Kinderheilkd 2016;164:765-89
[2] Gesund ins Leben (2013): Nachgefragt: Ab wann brauchen Säuglinge zusätzlich Flüssigkeit.www.gesundinsleben.de/Nachgefragt-Fluessigkeit-Fuer-Babys
[3] Gesund ins Leben (2014): Nachgefragt: Worauf ist bei einer hygienischen Zubereitung von Säuglingsmilchnahrung zu achten? www.gesund-ins-leben.de/Nachgefragt-Zubereitung-Saeuglingsnahrung

Quelle: Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie 16.06.2017


Für Sie gelesen im Juni:

Ministerium für Glück und Wohlbefinden
Eine Initiative für bewusstes Leben und Glücksbesinnung

Das Ministerium für Glück und Wohlbefinden ist ein interaktives Kunstprojekt und die provozierende Metapher einer multimedialen Kommunikationskampagne, welche die Themen Glück und Lebensfreude spielerisch, humorvoll und kreativ ins Gespräch bringt und zum Umdenken und Mitmachen motiviert.

Das Ministerium für Glück und Wohlbefinden ist ein interaktives Kunstprojekt und die provozierende Metapher einer multimedialen Kommunikationskampagne, welche die Themen Glück und Lebensfreude spielerisch, humorvoll und kreativ ins Gespräch bringt und zum Umdenken und Mitmachen motiviert.

Das Ministerium für Glück und Wohlbefinden ist als Kampagne ein medialer Aufhänger und möchte positiv provozieren – Mit kreativen Ideen und Angeboten wie Street Art, Mitmach-Aktionen, Veranstaltungen, interaktiven Vorträgen und Workshops rund um die Themen Glück, Zufriedenheit, Lebensgestaltung und seelische Gesundheit bietet diese Initiative Impulse und Inspirationen für alle, die sich selbst und die Gesellschaft verglücklichen möchten.

Durch die unterschiedlichen Herangehensweisen wird spielerisch aufgezeigt, wie Glück aktiv in die Gesellschaft integriert werden kann und wie nachhaltig und wichtig Glückswissenschaft und Positive Psychologie ist.

Das überwältigende mediale Echo und die Begeisterung der Bevölkerung zeigen, dass der Bedarf der Glücksdebatte und der Frage nach dem guten Leben sehr groß ist und dass es eben genau dieser jungen Initiativen und Ideen bedarf, um diese wichtigen Themen zu etablieren.

Dieses Ministerium setzt sich als Impulsgeber und Glücklichmacher mit dieser präventiven Kampagne für das gute Leben ein und erarbeitet im ständigen Austausch mit der Bevölkerung somit das Bruttosozialglück.

Infos, Aktionen, ....: Ministerium für Glück und Wohlbefinden


Für Sie gelesen im Mai:

Alles zu Allergien
Neues Portal jetzt online

Seit dem 13. April ist das neue Allergieportal vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) online: www.allergieinformationsdienst.de. Von der Diagnose über Therapiemaßnahmen bis zu zahlreichen Tipps zu Vorbeugung und Schutz findet sich hier ein ganzes Portfolio zum Thema. Die vom Helmholtz Zentrum München aufgebaute Seite richtet sich an Personen mit Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie ihre Angehörigen. Der Allergieinformationsdienst bietet aktuelle, wissenschaftlich geprüfte Information aus allen Bereichen der Allergieforschung und Allergologie in verständlich aufbereiteter Form an.

Darüber hinaus gibt es Patiententage, bei denen Allergologen und Allergieforscher Vorträge zum aktuellen Stand des Wissens halten. Betroffene und Angehörige haben zudem die Möglichkeit, direkt in Kontakt mit den Wissenschaftlern zu kommen und ihre individuellen Fragen an sie zu richten.

Im Bereich Downloads werden zudem kostenlose Materialen zum Herunterladen angeboten.

Quelle: BZfE 19.04.2017

Für Sie gelesen im April:

Lebensmittel mit Lupinensamen
Vorsicht bei Bittergeschmack, Süßlupinen bevorzugen

Lupinensamen können unter Umständen bitter schmeckende Giftstoffe enthalten und die Gesundheit gefährden, informiert das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer aktuellen Stellungnahme. In Deutschland gab es in den vergangenen Jahren vereinzelt Vergiftungsfälle durch Bitterlupinensamen. Sie waren häufig auf eine nicht fachkundige Vorbehandlung („Entbitterung“) der Samen zurückzuführen.

Lupinenmehl wird in der Lebensmittelherstellung unter anderem in glutenfreien Back- und Teigwaren, Sojaersatzprodukten und in Diäterzeugnissen für Milcheiweißallergiker verwendet. In manchen europäischen Ländern sind Lupinensamen auch als Snack beliebt. Lebensmittel mit Lupinensamen kommen aber in Deutschland noch eher selten auf den Tisch. Nach einer aktuellen Umfrage mit über 2.000 Teilnehmern haben bisher nur 9 Prozent der Menschen überhaupt bewusst ein Produkt mit Lupinensamen gegessen. Nur ein Prozent hat dafür Lupinensamen gekauft und selbst verarbeitet.

Lupinensamen können je nach botanischer Art und geographischer Herkunft unterschiedliche Mengen bittere Chinolizidinalkaloide enthalten. Wenn diese Schadstoffe nicht fachgerecht entfernt werden, lösen sie beim Menschen Vergiftungssymptome wie Schwindel, Herzrasen und Übelkeit aus. Bei sehr hohen Dosen können sogar Herzstillstand und Atemlähmung die Folge sein. Man unterscheidet generell zwischen Süßlupinen und Bitterlupinen. Süßlupinen haben natürlicherweise einen geringen Alkaloidgehalt und können ohne weitere Verarbeitung gegessen werden. Bitterlupinensamen dagegen müssen vor der Zubereitung behandelt werden.

Das BfR empfiehlt Verbrauchern, nur auf Süßlupinensamen zurückzugreifen. Allerdings ist auf dem Etikett von unverarbeiteter Ware häufig nicht erkennbar, um welche Sorte es sich handelt. Wenn die Erzeugnisse Bitterlupinensamen enthalten, sollten sie bereits industriell „entbittert“ und auch dementsprechend gekennzeichnet sein.

Quelle: BZfE-Newsletter Nr. 14 vom 5. April 2017

Weitere Informationen:
www.bfr.bund.de
Risikobewertung des Alkaloidvorkommens in Lupinensamen, Stellungnahme des BfR vom 27.03.2017


Für Sie gelesen im März:

Buddha Bowl
Alles aus einer Schüssel

Essen aus dem Teller war gestern. Der neue Trend heißt „Buddha Bowl“. In einer Schüssel (engl. bowl) werden gesunde Leckereien angehäuft, bis sie sich wie ein runder Buddha-Bauch über den Rand wölben. Gleichzeitig stehen die Schüsselkreationen aber auch für bewusstes Essen und den Genuss von möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln.

Bei der Zubereitung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Jeder füllt seine Schüssel mit seiner persönlichen Lieblingsmischung. Frisch und gesund soll es sein. Interessant ist die Kombination aus rohen und gekochten, kalten und warmen Speisen. Da der Inhalt mit Holzstäbchen gegessen wird, schneidet man die Lebensmittel in mundgerechte Stücke. Die einzelnen Zutaten werden dabei nicht wie in einem klassischen Salat untergehoben, sondern liebevoll arrangiert. So wird der bunte Mix auch zum Augenschmaus.

Zunächst legt man die Schüssel mit frischem Grün wie Rucola, Feldsalat, Babyspinat oder gedünstetem Grünkohl aus. In dieses „Nest“ kommen brauner Reis, Glasnudeln, Couscous oder Bulgur. Nun wird reihum frisches Gemüse der Saison platziert. Geeignet sind zum Beispiel Möhrenraspeln, Mais, Kirschtomaten, Pilze, gebratene Süßkartoffeln, gedünsteter Brokkoli, Rotkohl oder marinierte Zucchini aus dem Ofen. Auch Reste vom Vortag wie Pasta oder ein gekochtes Ei lassen sich hier hervorragend verwerten. Weitere mögliche Zutaten sind Tofu, Bratlinge, Hähnchen, Fisch und gebratene Garnelen.

Als Topping sind frische Sprossen, Pinienkerne, Nüsse, Avocado oder ein paar Oliven ideal. Zum Abschluss gibt man ein selbst gemachtes Pesto oder Dressing, eine Joghurtcreme oder eine Erdnusssoße über die Mischung. Für die richtige Würze sorgen je nach Rezept italienische Kräuter, frisch gepresster Knoblauch oder eine feurig-scharfe Chilipaste.

Wer die Bowl mit ins Büro nehmen möchte, wählt für den Transport ein Einmachglas mit Drahtbügel oder Schraubdeckel. Dressing oder Dips werden getrennt abgefüllt, damit die Mischung bis zur Mittagspause nicht matschig wird. Die „Buddha Bowl“ ist also eine gesunde Alternative zum Snack am Schreibtisch oder zum Kantinenessen. Ob sie satt und glücklich wie ein Buddha macht, muss jeder selbst herausfinden.

Quelle: BZfE-Newsletter Nr. 9 vom 1. März 2017


Für Sie gelesen im Februar:

Verbraucherzentralen reden Klartext über Nahrungsergänzungsmittel
Neues Internetangebot www.klartext-nahrungsergänzung.de

Die Verbraucherzentralen stellen heute auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin ihr neues Internetangebot vor. Im Mittelpunkt stehen hier Informationen zu Nutzen und Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln, zudem werden die Ergebnisse von Marktchecks und Meinungsumfragen veröffentlicht.

Ab heute können sich Verbraucherinnen und Verbraucher per Mausklick informieren, Fragen an Ernährungsexperten stellen und Produktbeschwerden einreichen. "Der Großteil der Bevölkerung Deutschlands ist heute mit Nährstoffen ausreichend versorgt. Dennoch wird in Deutschland jährlich mehr als eine Milliarde Euro für Nahrungsergänzungsmittel ausgegeben. Eine aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen zeigt: Jeder Dritte nimmt solche Pillen, Kapseln oder Pulver ein. Und das, obwohl die Produkte nicht von Behörden geprüft werden, bevor sie auf den Markt kommen. Die Hälfte der Befragten geht allerdings von einer Prüfung der Produkte aus. Konsumenten erfahren zu wenig über Nahrungsergänzungsmittel und unterschätzen daher die Risiken", sagt Susanne Umbach, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Die Verbraucherzentralen fordern: staatliche Zulassungsverfahren für Nahrungsergänzungsmittel, eine öffentlich zugängliche Produktdatenbank, anbieterunabhängige Informationen über mögliche Risiken und eine Meldestelle für unerwünschte Wirkungen solcher Produkte.

Quelle: VZ-RLP Pressemitteilung vom 18.01.2017
Klartext: Klartext Nahrungsergänzung

Für Sie gelesen im Januar:

Zum Essen fehlen Zeit und Ruhe
Gesund geht vor lecker

Mehr als jeder dritte Deutsche isst seine Hauptmahlzeit in der Regel allein. Das ist ein Resultat einer Untersuchung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). 1.200 Personen ab 18 Jahren waren zu ihrem Ernährungsverhalten in Alltag, Freizeit und Beruf befragt worden. Wer ohne Gesellschaft isst, sucht sich nicht selten Unterhaltung. Bei 35 Prozent der Befragten läuft beim Essen der Fernseher, sie surfen im Internet oder blättern in einer Zeitschrift. Für die Mehrheit der jungen Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren wird die Nahrungsaufnahme auf diese Weise zur Nebensache. Im Allgemeinen lassen sich Männer beim Essen leichter ablenken als Frauen (40 % versus 31 %). Auch für viele Singles gehört ein Begleitprogramm beim Essen dazu.

Wer dagegen gut und gerne kocht, möchte in der Regel das Essen auch mit allen Sinnen und bewusst genießen. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass man nicht die Übersicht über die gegessenen Mengen verliert und meist auch langsamer isst.

Für jeden vierten Befragten stillt Essen nicht nur den Hunger, sondern hilft auch über Frust hinweg. So wird die Tafel Schokolade oder eine XXL-Pizza zum Seelentröster bei Liebeskummer oder Stress im Job. Allerdings verschafft Frustessen nur kurzfristig ein gutes Gefühl. Spätestens wenn die Pfunde mehr werden, sinkt die Laune wieder. Dennoch ist dieses Essverhalten vor allem bei jungen Erwachsenen verbreitet. Mit steigendem Alter finden viele Menschen offenbar andere Wege, um mit Stress und Anspannung umzugehen. Bei Paaren (20 %) und bei Männern (17 %) ist der Anteil der Frustesser geringer als bei Singles (27 %) und Frauen (30 %). Allerdings hadern Frauen auch stärker mit ihrer Ernährung und beobachten sich intensiver.

Im Allgemeinen hat sich das Ernährungsverhalten der Deutschen positiv entwickelt. Für 45 Prozent ist in erster Linie wichtig, dass das Essen gesund ist. Erst das zweite Kriterium ist der Geschmack (41 %). Knapp 80 Prozent der Befragten kaufen bevorzugt regional und saisonal, erklärt die TK. Bio-Lebensmittel sind nach wie vor gefragt, aber auch neue Ernährungstrends wie die Steinzeitdiät Paleo werden ausprobiert. Nur wenige Menschen verzichten vollkommen auf Fleisch. 13 Prozent der Befragten bezeichnen sich als Flexitarier. Sie ernähren sich hauptsächlich vegetarisch, nehmen aber gelegentlich hochwertiges Fleisch zu sich. Bei 41 Prozent dieser Personengruppe ist das ein- bis zweimal pro Woche. Knapp 90 Prozent der Deutschen gönnen sich mindestens einmal am Tag eine Mahlzeit, die sie zu Hause mit Ruhe und Genuss essen.

Wenn es mit einer gesunden Ernährung nicht klappt, liegt es nur selten am fehlenden Wissen (25 %), sondern eher an Zeit und Ruhe im Alltag (56 %). Weitere Gründe sind nach eigenen Aussagen der Mangel an Durchhaltevermögen (46 %), Willenskraft (43 %), Geld (29 %) und Kochkenntnissen (28 %).

Quelle: aid-Newsletter vom 18.01.2017
Weitere Informationen: TK Ernährungsstudie 2017

2016

Für Sie gelesen im Dezember:

Essen für die Seele
Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Psyche?

Die dunkle Jahreszeit schlägt vielen Menschen auf das Gemüt. Eine gesunde Ernährung kann neben vielen anderen Faktoren einer trüben Stimmung entgegenwirken und bestimmten psychischen Erkrankungen vorbeugen, lassen Studien vermuten.

Seit langem ist bekannt, dass eine ausgewogene Ernährung ein Grundpfeiler der körperlichen Gesundheit ist. Der Zusammenhang zwischen Lebensmitteln, bestimmten Nährstoffen und mentaler Gesundheit ist dagegen ein relativ neues Forschungsfeld. Mit einer Artikel-Serie in der Fachzeitschrift „Clinical Psychological Science“ möchte die amerikanische Gesellschaft für psychologische Wissenschaft (aps) auf dieses Thema aufmerksam machen.

So wurde zum Beispiel in einer spanischen Langzeitstudie mit 11.800 Teilnehmern der Zusammenhang zwischen mentaler Gesundheit und einem mediterranen Lebensstil untersucht. Dazu gehört neben einer Mittelmeerkost mit viel Obst und Gemüse, gesunden Fetten, Nüssen und Fisch auch körperliche Bewegung und soziale Aktivitäten. Es zeigte sich, dass alle Faktoren unabhängig voneinander das Risiko für eine Depression um bis auf die Hälfte senken konnten.

Auch zwischen Entzündungsprozessen im Körper und Depression scheint es eine Verbindung zu geben. Ein internationales Wissenschaftlerteam hatte bei über 4.000 Erwachsenen über einen Zeitraum von fünf Jahren Daten zur Ernährung und mentaler Gesundheit gesammelt. Dabei wurde festgestellt, dass durch Essen mitbedingte Entzündungsmarker im Körper offenbar in Zusammenhang mit dem geistigen Wohlbefinden stehen: Eine Depression war stärker ausgeprägt, wenn mehr Entzündungsmarker gefunden wurden. Allerdings ausschließlich bei Frauen. Des Weiteren ist die Forschung an Schlafstörungen interessant, da sie viele mentale Gesundheitsprobleme hervorrufen können. Es wird vermutet, dass die Aufnahme bestimmter Vitamine und Mineralien diesen Beschwerden entgegenwirken kann.

Zudem scheinen sich bestimmte Nährstoffe auf das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) auszuwirken. In einer kleinen Studie hatten Kinder, die weniger Omega-3-Fettsäuren aufnahmen, stärkere Symptome. Das könnte bedeuten, dass Hyperaktive im Vergleich zu gesunden Altersgenossen einen höheren Bedarf an diesen mehrfach ungesättigten Fettsäuren haben. Das Forschungsfeld wirft noch viele Fragen auf. Bis die Hintergründe klarer werden und konkrete Ernährungsempfehlungen möglich sind, wird noch einige Zeit ins Land gehen.

Quelle: aid-Newsletter Nr. 48 vom 30. November 2016
Weitere Informationen:
www.psychologicalscience.org
http://cpx.sagepub.com/content/4/6/1080.full


Für Sie gelesen im November:

Macht Sport die Muttermilch sauer?
Bewegung nach der Geburt fördert das körperliche und seelische Wohlbefinden der Mutter. Es gibt keine Nachteile für die Muttermilch, das Stillen oder das kindliche Wachstum. Stillenden wird deshalb empfohlen, körperlich aktiv zu sein und sich – je nach persönlicher Verfassung – mit moderater Intensität zu bewegen. Die gerade aktualisierten bundesweit einheitlichen „Handlungsempfehlungen zur Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen“ des Netzwerks Gesund ins Leben zeigen Fachkräften in der Elternberatung, wie viel Bewegung nach der Geburt wünschenswert ist und worauf stillende Frauen achten sollten.


Ausreichend Bewegung ist in allen Lebensphasen vorteilhaft. Sie verbessert die Fitness von Herz, Kreislauf und Muskeln und schützt z. B. vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen. Deshalb ist es empfehlenswert, bereits bald nach der Geburt wieder Bewegung in den Alltag zu bringen und sportlich aktiv zu sein.

Wie viel und wie intensiv?
Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt Frauen nach der Geburt, ihre körperliche Aktivität auf mindestens 30 Minuten an möglichst vielen Tagen der Woche zu steigern, je nach persönlicher Verfassung. Das orientiert sich an den allgemeinen Bewegungsempfehlungen für Erwachsene, die auch für Stillende herangezogen werden können. So empfiehlt das American College of Obstetricians and Gynecologists 30 Minuten Bewegung an möglichst vielen Tagen der Woche. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation ist: pro Woche mindestens 150 Minuten (in mindestens 10-Minuten-Einheiten), plus Kraftübungen an zwei oder mehr Tagen. Die Intensität stimmt, wenn die Frau leicht aus der Puste und ins Schwitzen kommt, sich aber noch unterhalten kann (so genannter Talk Test). Bei einer solchen moderaten Aktivität steigt auch der Milchsäurewert in der Muttermilch nicht. Doch selbst wenn Mütter sportlich sehr aktiv sind und sich ihre Milch durch höhere Laktatwerte geschmacklich leicht verändert, wird sie vom Säugling akzeptiert.

Herausfinden, was in den eigenen Alltag passt
Bewegung lässt sich gut in den Alltag mit einem Baby einbinden, indem Besorgungen zu Fuß erledigt oder regelmäßige Spaziergänge unternommen werden. Wie oft, wie lange und wie intensiv soll ich mich bewegen? Welche Art von Bewegung ist „richtig“ (Gymnastik, Beckenbodentraining, etc.)? Bei diesen Fragen können sich stillende Frauen von ihren Vorlieben und ihrer Verfassung leiten lassen. Dann kann es auch schon losgehen: Einfach geeignete (Sport)kleidung anziehen, währenddessen auf genug Flüssigkeit (und ggf. Energie) achten und für sich eine ausgewogene Balance von Ruhe und Aktivität finden.

Quelle:Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie 19.10.2016


Für Sie gelesen im Oktober:

Reizdarm: Alte Brotbacktechniken könnten Leiden verringern

Blähungen durch unverdaubare Zucker lassen sich durch längere Gehzeit beim Teig verringern / Studie der Universität Hohenheim im „Journal of Functional Foods“
Hoffnung für Reizdarm-Patienten: Weizenprodukte verursachen bei ihnen schwere Blähungen u.a. ausgelöst durch spezielle Zucker, den sogenannten FODMAPs. Das sind im Wesentlichen niedermolekulare Zucker, die im Weizenkorn gespeichert werden. Viele Patienten berichten jedoch, dass Brot aus alten Getreidesorten ihnen Linderung bringt. Ein Team vom Lehrstuhl Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel und der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim fand nun heraus, was Brot aus Urgetreide bekömmlicher macht und wie viel dieser speziellen Zucker darin enthalten sind. Die große Überraschung: Urgetreide enthält kaum weniger FODMAPs als Brotweizen. Es kommt vielmehr darauf an, wie der Teig aus dem Getreide zubereitet wird.

Menschen mit Reizdarm-Syndrom haben manchmal noch immer den Ruf der eingebildeten Kranken – dabei leiden mittlerweile 12 Prozent der Deutschen darunter. Normales Brot löst bei ihnen teils schwere Blähungen aus. Essen sie dagegen Brot aus den Urgetreiden, Einkorn, Emmer, Dinkel und Durum, berichten Reizdarmpatienten übereinstimmend, dass es ihnen besser geht.

Als mögliche Auslöser der Leiden gelten FODMAPs (fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole). Das sind Zucker, die aus 1–14 Zuckermolekülen bestehen und im Dünndarm nicht ausreichend abgebaut werden können. Daher gelangen sie unverdaut in den Dickdarm und können dort Probleme verursachen. Vor allem bestimmte Mehlbestandteile (Fructane) sorgen dafür, dass sich große Mengen Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan bilden. Die Gase blähen den Darm auf und bereiten große Schmerzen.

Analyseverfahren bestimmt Zuckeranteile in Getreidemehlen
Die Tatsache, dass jeder Deutsche 80 kg Brot im Jahr zu sich nimmt, war Grund genug für die Hohenheimer Forscher Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhold Carle und PD Dr. Friedrich Longin mit ihren Teams herauszufinden, wie viele FODMAPs die verschiedenen Getreidesorten enthalten. Der Analytiker pflanzlicher Lebensmittel und der Pflanzenzüchter bestimmten in einem aufwändigen (sog. chromatografischen) Analyse-Verfahren die Mengenanteile der niedermolekularen Zucker in den jeweiligen Vollkornmehlen.

Das überraschende Ergebnis: Einkorn enthält sogar mehr FODMAPs als Brotweizen. In Emmer, Dinkel und Durum sind sie zwar in geringerer Menge vorhanden, aber nicht in dem Maße, dass sich daraus die von vielen Reizdarmpatienten berichtete Linderung erklären lässt.

Analyse der Teigbereitung – längere Gehzeit verringert FODMAPs
Weil offenbar nicht die Grundbestandteile der Getreidemehle die FODMAPs-Gehalte in den daraus hergestellten Gebäcken bestimmen, untersuchten die Forscher im nächsten Schritt die Teigbereitung. Sie analysierten aus den Getreidemehlen bereitete Teige nach einer, zwei, vier und viereinhalb Stunden Gehzeit.


Die höchsten Gehalte an FODMAPs wiesen die Teige bei allen Getreidesorten nach einer Stunde auf, in dem Urgetreide Emmer und Dinkel zwar weniger als in Brotweizen, aber auch dort deutlich mehr als zu Beginn der Teigbereitung. Nach viereinhalb Stunden waren selbst im Teig aus Brotweizen nur noch 10 Prozent der niedermolekularen Zucker enthalten. Die Getreidesorten selbst sind also nicht entscheidend, sondern vor allem die Art der Teigbereitung.

Häufig seien es kleine, traditionell arbeitende Bäckereien, die Produkte aus Urgetreiden herstellen. „Die in der Regel langsamere Brotbereitung im traditionellen Bäckerhandwerk sorgt dafür, dass die Beschwerden verursachenden Bestandteile im Brot bis zum Backen bereits abgebaut sind“, erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. Carle vom Hohenheimer Lehrstuhl Technologie und Analytik pflanzlicher Lebensmittel. „Großbäckereien dagegen backen ihre Teiglinge meistens bereits nach einer Stunde Gehzeit. Das ist der Zeitpunkt, an dem nach unserer Analyse die meisten FODMAPs im Teig enthalten sind.“

Und PD Dr. Longin von der Landessaatzuchtanstalt ergänzt: „Nicht der Weizen selbst erscheint uns als unverträglich, sondern die Art und Weise, wie wir daraus Brot bereiten, trägt zu dessen Verträglichkeit bei. Außerdem entfalten sich die Aromen besser. Eine langsamere Teigbereitung erhöht die Brotqualität.“

Mehr Eisen und Zink durch den Abbau von Phytaten
Zudem ist seit längerem bekannt: Auch Phytate werden bei längerer Teigführung abgebaut. Sie binden die beiden Spurenelemente Eisen und Zink. Sind die Phytate abgebaut, ist mehr Eisen und Zink für den menschlichen Körper verfügbar. Vieles spricht somit für den aktuellen Trend des „Slow Baking“, der dem Teig eine längere Reifezeit erlaubt. Für weitere Untersuchungen plädieren die Forscher der Universität Hohenheim dafür, nicht die Grundstoffe von Lebensmitteln alleine, sondern auch die Art und Weise ihrer Zubereitung zu untersuchen.

Quelle: PRESSEMITTEILUNG UNIVERSITÄT HOHENHEIM vom 24. August 2016

Originalstudie: Ziegler, J.U., Steiner, D., Longin C.F.H., Würschum, T., Schweiggert R.M., Carle, R. (2016): Wheat and the irritable bowel syndrome – FODMAP levels of modern and ancient species and their retention during bread making; in: “Journal of Functional Foods” 25 (2016), 257–266, doi: 10.1016/j.jff.2016.05.019. www.sciencedirect.com



Für Sie gelesen im September:

Vollkorn: bereits kleine Mengen haben einen positiven Effekt
Beim Einkauf genau hinschauen

Vollkorn ist gut für die Gesundheit – das ist allgemein bekannt und hinlänglich durch eine Vielzahl von Studien belegt. Eine Studie aus dem British Medical Journal zeigte nun, dass bereits kleine Mengen einen positiven Effekt haben.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern wertete 45 Studien zum Vollkornkonsum und verschiedenen Erkrankungen aus. Mehr als 7.000 Fälle koronarer Herzkrankheiten, 2.000 Schlaganfälle, 26.000 Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter 700.000 Patienten gingen in die Analyse ein.

Frühere Studien hatten bereits bestätigt, dass ein hoher Vollkornkonsum Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht entgegen wirkt. Die aktuelle Untersuchung erweitert die Kenntnisse: 90 g Vollkornprodukte täglich konnten das Risiko für koronare Herzkrankheit (19 %), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (22 %), Mortalität (17 %), Tod durch Schlaganfall (14 %), Krebs (15 %), Atemwegserkrankungen (22 %), Infektionskrankheiten (26 %) und Diabetes (51 %) senken. 90 g entsprechen drei Portionen Vollkorn, das heißt zum Beispiel zwei Scheiben Brot und eine Schale Frühstückscerealien.

Der positive Effekt ließ sich bei den meisten Krankheiten bis zu einer täglichen Aufnahme von 210 bis 225 g Vollkornprodukten steigern. Das entspricht mehr als sieben Portionen. Den größten Nutzen hatten dabei Menschen, die ihren Verzehr von keiner auf zwei Portionen täglich erhöhten. Das verringerte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stand mit der Aufnahme von Vollkornbrot und Vollkornfrühstückscerealien, aber auch mit dem Gesamtverzehr von Brot und Getreideflocken in Zusammenhang.

Die Wissenschaftler weisen allerdings auch darauf hin, dass die biologischen Mechanismen hinter dem positiven Effekt des Vollkornverzehrs vielschichtig und noch nicht abschließend geklärt sind.

Nur wenige Menschen essen drei oder mehr Portionen Vollkornprodukte täglich. Ein positives Beispiel ist Dänemark: Hier haben gezielte Kampagnen und die Erweiterung des Sortiments in den vergangenen zehn Jahren eine Verdopplung des Vollkornverzehrs in der Bevölkerung bewirkt.

„Ganz einfach lässt sich der Vollkornkonsum im Alltag erhöhen, indem man Brot, Nudeln und Reis durch die Vollkornvariante ersetzt“, erklärt Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler vom aid infodienst in Bonn. „Fragen Sie beim Bäcker nach, wie viel Vollkornmehl in Brot und Brötchen tatsächlich enthalten ist.“ Vollkornbrot wird aus mindestens 90 Prozent Roggen- und Weizenvollkornerzeugnissen hergestellt. „Nur weil das Brötchen etwas dunkler ist und ein paar Körner drauf hat, ist es noch lange kein Vollkornbrötchen“, so Seitz.

Quelle: aid-Newsletter Nr. 33 vom 17. August 2016
Weitere Informationen: British Medical Journal


Für Sie gelesen im August:

Schweinefüße schmecken auch
Ganze Tiere verwerten – Eine Frage des Respekts

Artgerechte Haltung, stressfreie Schlachtung, Biofutter vom Hof – darauf legen mehr und mehr Verbraucher Wert. Da ist es nur konsequent, sich an der Fleischtheke nicht nur die Edelteile herauszupicken, sondern möglichst alles zu verspeisen, was das Schwein oder das Rind uns bietet. Auch auf Seiten des Fleischereihandwerkes ist ein Umdenken erforderlich. Was die Landwirte mit viel Sorgfalt erzeugt haben, sollte mit ebenso viel Sorgfalt verarbeitet werden. Das gebietet allein der Respekt vor dem Tier.

Obwohl Ganztierverwertung ihren Ursprung in der traditionellen Hausschlachtung hat, ist sie nicht nur für Hofmetzgereien interessant. Auch für Fleischereien ohne Eigenschlachtung, die ihr Schweinefleisch in Hälften oder ihr Rindfleisch in Vierteln kaufen, ist nach Einschätzung von Hermann Jakob, Leiter der Meisterschule für Fleischer in Kulmbach und gelernter Metzgermeister, die Ganztierverwertung sinnvoll. „Letztendlich kann sich so das ganze Tier in der Theke wiederfinden“, so Jakob während eines Praxisseminars für das Fleischerhandwerk im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

Generell gilt: Mit veredelten Fleischteilen und schmackhaften Wurstspezialitäten lässt sich der Mehrwert für die Kunden deutlich verbessern. Das gilt umso mehr für Teilstücke, die kaum oder gar nicht gefragt sind: Innereien, Flomen, Blut und Fleischteile mit hohem Bindegewebsanteil wie Kopf, Eisbein oder Füße. Ansprechend gewürzt können die daraus hergestellten Produkte auch jene Kunden überzeugen, die eigentlich für Sülze, Blutwurst, Griebenschmalz oder Leberpresssack wenig übrig haben.

Zwar ist das Verarbeiten von Teilstücken mit hohem Knorpel- und Schwartenanteil relativ aufwändig. Beim Auslösen und Zerkleinern von Eisbein, Schweinefüßen oder Schwänzen ist viel Handarbeit gefragt. Einige Mühe bereitet es etwa auch, die Füße sorgfältig von Borsten zu befreien. Dafür gleichen die extrem niedrigen Rohstoffkosten den Mehraufwand aus. Orientieren können sich Metzger an traditionellen Verarbeitungsverfahren und Produkten. Gefragt sind zudem, so Jakob, Experimentierlust und handwerkliches Können.

Quelle: aid-Newsletter Nr. 26 vom 29. Juni 2016
Weitere Informationen: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) - Projektgruppe Ökolandbau


Für Sie gelesen im Juli:

Gläschen oder Glas Wein?
Größe verleitet zum schnellen Trinken

In einem großen bauchigen Glas ist der Rotwein gut belüftet und kann sein Aroma optimal entfalten. Was gut für das Bouquet ist, hat offenbar auch andere Auswirkungen: Aus einem größeren Glas wird gerne schneller und mehr getrunken, hat ein Wissenschaftsteam der University of Cambridge in England herausgefunden.

Im Dienste der Wissenschaft wurde in einem Restaurant mit angeschlossener Bar ein Experiment durchgeführt. Über einen Zeitraum von 16 Wochen wechselten die Kellner alle 14 Tage die Gläser für den Weinausschank. Standardgläser mit einem Volumen von 300 ml wurden abwechselnd durch kleinere (250 ml) und größere Gläser (370 ml) ersetzt. Das Weinsortiment, die eingeschenkte Menge, die Preise und die Glasform blieben über den gesamten Untersuchungszeitraum gleich.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass sich Form und Größe des Geschirrs und der Trinkgefäße auf den Verzehr auswirken können. Offenbar ist das auch bei alkoholischen Getränken der Fall: Das Trinkverhalten der Kunden, die nichts von dem Experiment ahnten, schwankte im Zwei-Wochen-Rhythmus. In den Zeiten mit den größeren Gläsern war die Menge des täglich ausgeschenkten Weins um durchschnittlich 9 Prozent größer als in den Wochen mit den Standardgläsern. Im Barbereich war der Effekt besonders deutlich. Hier stiegen die Verkäufe um mehr als 14 Prozent, im Restaurant nur um 8 Prozent. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Bargäste fast nur Wein in Gläsern kauften. Im Restaurant bestellten die Besucher überwiegend Flaschen und Karaffen. Möglicherweise ließ sich die getrunkene Menge auf diese Weise besser einschätzen.

Wird der Wein im Glas serviert, verändert dessen Größe vermutlich die Wahrnehmung der Weinmenge. In einem großen Glas wird sie geringer eingeschätzt, sodass die Besucher schneller und dadurch mehr trinken – so die Theorie. Kleinere Gläser führten im Experiment allerdings nicht zu einem geringeren Konsum, schreiben die Autoren im Fachblatt „BMC Public Health“. Da ein zu hoher Alkoholkonsum gesundheitliche Folgen hat, ist es wichtig, solche Einflussfaktoren zu kennen. Daher sollen die Resultate in weiteren Untersuchungen genauer geprüft werden. Dann wird sich zeigen, ob man sich mit einem kleineren Glas selbst austricksen und den Weinkonsum senken kann.

Quelle: aid-Newsletter Nr. 26 vom 29. Juni 2016
Weitere Informationen: bmcpublichealth.biomedcentral.com


Für Sie gelesen im Juni:

Produkte aus der Region
Kennzeichnung oft ungenau oder verwirrend

Wer regional einkaufen möchte, muss genau hinsehen. Und auch dann ist es nicht einfach. Die Angaben auf dem Etikett sind oft unspezifisch und zum Teil sogar irreführend. Das hat ein bundesweiter Marktcheck der Verbraucherzentralen gezeigt.

Die Tester nahmen stichprobenartig 121 Produkte in Supermärkten, Discountern und Bioläden unter die Lupe. 63 hatten das blau-weiße Regionalfenster und 58 sonstige Regionalwerbung auf dem Etikett. Es wurden Verpackungen von Eiern (25), Milchprodukten (19), Fleisch- und Wursterzeugnissen (37) sowie von Obst und Gemüse (40) geprüft.

Mehr als jeder Zweite achtet beim Einkauf auf die regionale Herkunft – Tendenz steigend. Der Begriff „Region“ ist allerdings nicht rechtlich geschützt. Die Anbieter können selbst bestimmen, wie groß ihre „Region“ ist. Sie werben mit Aussagen wie „Das Beste von hier“, „Gutes aus der Heimat“ oder „nah“. Solche Herkunfts- und Qualitätssiegel waren aber häufig für den Kunden schwer nachvollziehbar. Bei einigen Erzeugnissen blieb unklar, woher die Rohstoffe kommen und wie die Region definiert ist. Manchmal war nur der Firmensitz oder die Rezeptur regional, während die Zutaten weite Strecken zurückgelegt hatten.

Das „Regionalfenster“ soll für mehr Transparenz beim regionalen Einkauf sorgen. Es wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) initiiert und ist eine bundesweit einheitliche Kennzeichnung für regionale Produkte. Das Label gibt Auskunft über Region, Ort der Verarbeitung sowie den Anteil der verwendeten regionalen Zutaten. Es ist allerdings eine freiwillige Kennzeichnung und kein Gütesiegel.

Auch beim Regionalfenster muss man genau hinschauen, da die Produkte deutschlandweit vermarktet werden dürfen. Mindestens 51 Prozent müssen aus der angegebenen Region stammen. Bei Mischprodukten wie Wurstwaren war der Anteil regionaler Zutaten sehr unterschiedlich. So fanden die Tester bei Sülzfleischwurst 54 Prozent und bei Bratwurst 94 Prozent Zutaten aus der Gegend. Bei 8 von 22 Fleisch- und Wursterzeugnissen wurden mehrere Bundesländer zu einer Region zusammengefasst, was in der Regel nicht den Erwartungen der Konsumenten entspricht.

Aus Sicht der Verbraucherzentralen reichen die bisherigen gesetzlichen Regeln nicht aus, um einen transparenten Einkauf regionaler Ware zu ermöglichen und vor irreführender Werbung zu schützen. Das Regionalfenster bietet dem Kunden eine gute Orientierung, ist aber noch nicht bundesweit flächendeckend vertreten. Im Süden war das Angebot im Marktcheck größer als im Norden. Grundsätzlich seien weitere gesetzliche Vorgaben auf europäischer und nationaler Ebene erforderlich.

„Wer Kontakt zu regionalen Erzeugern sucht, kauft die Lebensmittel am besten direkt ab Hof oder auf dem Wochenmarkt ein“, erklärt Harald Seitz vom aid infodienst. „Dann kann man sich vor Ort informieren und sicher sein, dass die Transportwege kurz sind.“ Auch bei regionalen Produkten ist saisonale Ware – vor allem bei Obst und Gemüse – die erste Wahl.

Quelle: aid-Newsletter Nr. 22 vom 1. Juni 2016
Weitere Informationen: www.aid.de


Für Sie gelesen im Mai:

Insekten - (K)eine alltägliche Kost
Käfer, Raupen, Heuschrecken, Termiten: Diese bisweilen fremd anmutende Kost hat einiges zu bietend – ernährungsphysiologisch und auch sensorisch.

Was der Bauer nicht kennt, das (fr)isst er nicht. Dieses altbekannte Sprichwort beschreibt treffend das mehr von Skepsis als von Neugierde geprägte Essverhalten unserer Ahnen und Urahnen. Dieser evolutionär und genetisch bedingte Schutzmechanismus scheint heutzutage überholt zu sein. Und so haben für manch einen auch Krokodil-Steak und Sushi längst an Exotik und damit an Reiz verloren. Ihnen mag ein Angebot gerade recht kommen, das seit einiger Zeit aus süd-östlichen Gefilden auf den europäischen Markt drängt: Käfer, Raupen, Heuschrecken, Termiten – kurz: Insekten in allen erdenklichen Zubereitungsformen, selten roh, meist gegrillt oder geröstet oder schlicht getrocknet.

Abenteuer Essen
Essbare Insekten sind hierzulande insbesondere über das Internet erhältlich. Im klassischen Supermarkt wird man dagegen nicht fündig, sehr wohl aber in der Gastronomie. Dort wächst das Angebot und wird immer vielfältiger – angefangen von der „gegrillten Heuschrecke“ zum Probierpreis für 1,50 Euro das Stück, über den „Gemischten Insekten-Teller“ bis hin zu „Käferlarven auf Nachos mit Guacamole“. Den Angebotsvarianten sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Kein Wunder. Denn die die bisweilen fremd anmutende Kost hat einiges zu bieten – ernährungsphysiologisch und auch sensorisch: So gilt sie einerseits wegen ihres hohen Eiweißgehalts als mögliche Fisch- oder Fleischalternative, andererseits erinnern frittierte oder gegrillte Insekten an Chips, Kräcker oder – wohl auch geschmacklich – an Nüsse.

Insekten als Grundnahrungsmittel
Zumal es für weltweit rund zwei Milliarden Menschen vollkommen normal ist, Insekten zu essen. In vielen Ländern Asiens, Afrikas, Lateinamerikas und Australiens zählen essbare Insekten zu den Grundnahrungsmitteln und sind nicht etwa eine leidige Notlösung mangels alternativer Nahrungsquellen. Dabei sind die geschmacklichen Vorlieben je nach Land und Region sehr unterschiedlich: Während in Afrika bevorzugt Raupen auf dem Teller landen – im Kongo etwa verzehrt jede Familie im Schnitt 300 Gramm wöchentlich – gelten in Südostasien der Sagowurm und die Eier der Weberameise als Delikatessen. Insgesamt sind weltweit mehr als 1900 essbare Insektenspezies bekannt.
Roh geknabbert oder fettarm zubereitet ist Gemüse immer die beste Wahl. Für Gemüsechips und andere Snacks gilt deshalb: Besser nur ab und zu und in Maßen! Doch Gemüse- und Kartoffelchips lassen sich auch leicht selbst herstellen. Dabei hat man es selbst in der Hand, wie viel Fett in den Chips steckt. Auch lassen sich die Gewürze je nach nach Geschmack variieren.

Zukunftsszenarien
Die Idee, den Insektenverzehr auch in westlichen Industrienationen aus der Exotennische zu holen, rückt seit einiger Zeit zunehmend in den Fokus der Forschung und Politik. Dabei geht es insbesondere um die globale Nahrungssicherung – unter dem Aspekt der Bedarfsdeckung einerseits und der erforderlichen Ressourcenschonung andererseits. Dass dabei allerdings noch einige Hürden zu nehmen sind, zeigt eine Verbraucherbefragung, die von Oktober 2013 bis März 2014 im Rahmen des EU-Forschungsprojekts PROteINSECT durchgeführt wurde: Untersucht wurde, ob sich Fliegenlarven als Proteinquelle für Tierfutter eignen. Ein guter Ansatz, meinen 66 Prozent der rund 1.300 Befragten – zumindest theoretisch. Denn mehr als die Hälfte (52,4 Prozent) lehnt Geflügel- oder Schweinfleisch ab, zu dessen Gewinnung Insekten verfüttert wurden. Überwiegend wurde diese Haltung mit einem Mangel an Informationen begründet.

Quelle:
aid - Trendlebensmittel 09.05.2016
Fachartikel Ernährung im Fokus 07-08-/2014:
Hui oder pfui: Insekten in der menschlichen Ernährung

Weitere Informationen zu Insekten: hier
Wie ist die Nährstoffzusammensetzung essbarer Insekten?
Was sieht die amtliche Lebensmittelüberwachung Insekten im Lebensmittelangebot?
Insekten als Futtermittel: Strenger geregelt als Lebensmittel?
Umwelt und Klima: Liefern Insekten das „umweltfreundlichere Fleisch"?


Für Sie gelesen im April:

Sind Gemüsechips gesünder als Kartoffelchips?
Gemüsechips sind Trend und deshalb immer häufiger als Alternative zu Kartoffelchips in Supermärkten zu finden. Doch ob aus Roter Bete, Pastinaken, Wirsing, Süßkartoffel, Zucchini oder Möhre: Gemüsechips enthalten relativ viel Fett, denn sie werden entweder frittiert oder gebacken, meistens mit Sonnenblumenöl.

Damit kommen meist mehr als 30 Gramm Fett pro 100 Gramm zusammen. Das ist ähnlich viel wie in Kartoffelchips. Damit gibt nur geringe Unterschiede im Fett- und Kaloriengehalt.

Positiv ist, dass Gemüsechips einen relativ hohen Ballaststoffgehalt haben, etwa dreimal so hoch wie der von Kartoffelchips. Zudem beschränken sich die Hersteller von Gemüsechips auf wenige Zutaten wie z.B. Gemüse, Sonnenblumenöl und Salz. Der Salzgehalt ist im Vergleich zu Kartoffelchips etwas geringer, aber eine Portion deckt bereits 10 % der maximalen Salzempfehlung.

Gemüsechips selber machen
Roh geknabbert oder fettarm zubereitet ist Gemüse immer die beste Wahl. Für Gemüsechips und andere Snacks gilt deshalb: Besser nur ab und zu und in Maßen! Doch Gemüse- und Kartoffelchips lassen sich auch leicht selbst herstellen. Dabei hat man es selbst in der Hand, wie viel Fett in den Chips steckt. Auch lassen sich die Gewürze je nach nach Geschmack variieren.

Rezept für Gemüsechips: Für die Gemüsechips eignen sich gut Süßkartoffeln, Rote Bete, Möhren, Wirsing oder Zucchini. Das Gemüse waschen und schälen. Mit einem Gemüsehobel in dünne Scheiben schneiden. Olivenöl mit etwas Salz (nach Geschmack auch andere Gewürze) mischen. Die Gemüsechips hineingeben und mit dem Würzöl bedecken. Gemüsechips gleichmäßig auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Backblech bei 100°C in den Ofen schieben, am besten einen Holzlöffel in die Tür klemmen.

Nach 30 Minuten auf 70°C zurückschalten und etwa 45 – 60 Minuten weitertrocknen. Je nach Dicke der Scheiben kann es auch etwas länger dauern, deshalb öfter mal einen Blick auf die Gemüsechips werfen.

Quelle:
VZ NRW e.V., 16.02.2016

Für Sie gelesen im März:

Hänseleien wegen Übergewichts erschweren das langfristige Abnehmen
Menschen mit Übergewicht und Adipositas, die im Kindes- oder Jugendalter wegen ihres Aussehens gehänselt wurden, haben größere Probleme langfristig abzunehmen. Dies ergab eine Studie des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen der Universitätsmedizin Leipzig.

Darüber berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins "Appetite" (11.2.2016). Von 381 Frauen und Männern mit früherem oder anhaltendem Übergewicht gaben 14 Prozent an, im Kindes- oder Jugendalter wegen ihres Aussehens so sehr gehänselt worden zu sein, dass es sie belastet habe. Experten sprechen bei solchen negativen Äußerungen und Meinungen sowie Ablehnung gegenüber einer bestimmten Gruppe von Stigmatisierung. Den untersuchten Personen aus dem Deutschen Gewichtskontrollregisters der Medizinischen Hochschule Hannover war es gelungen, mindestens zehn Prozent ihres maximalen Körpergewichts zu verlieren. Sie konnten das reduzierte Gewicht über mindestens ein Jahr halten und nahmen nach zwei Jahren im Schnitt wieder 2,8 kg zu.

Die Teilnehmer, die in Kindheit und Jugend für ihr Aussehen gehänselt wurden, konnten das niedrigere Gewicht langfristig weniger halten als unbelastete Teilnehmer. Als Ursache dafür zeigte sich, dass die durch Stigmatisierung belasteten Personen stärker zu emotionalem Essen neigten. Dies bedeutet, dass sie bei Ärger, Stress, Traurigkeit, Langeweile und ähnlichen negativen Emotionen versuchten, durch Essen wieder eine positivere Stimmung zu erreichen. In der Folge kann leicht ein Teufelskreis aus Hänseleien, negativen Emotionen, Frustessen und weiterem Gewichtsanstieg entstehen, der wiederum noch mehr Hänseleien nach sich zieht.

Verschiedene Studien zeigen, dass Auffälligkeiten im Essverhalten, wie etwa emotionales Essen, eine langfristige Gewichtsabnahme beeinträchtigen. „Forscher und Ärzte wissen bisher aber wenig darüber, wie sich Stigmatisierung auf die Entwicklung des Gewichts auswirken“, unterstreicht Prof. Anja Hilbert, Leiterin des Forschungsbereichs Verhaltensmedizin am IFB. Die Stigmatisierung von Menschen mit starkem Übergewicht hat neben den geringeren und kürzeren Abnehmerfolgen viele weitere gravierende Auswirkungen wie etwa ein negatives Selbstbild, Essstörungen und sogar Depressionen. „Für die Therapie der Adipositas muss der Zusammenhang zwischen Stigmatisierung und einem kleineren langfristigen Abnehmerfolg beachtet werden. Denn nur ein anhaltend niedrigeres Körpergewicht hilft, die schweren Folgeerkrankungen einer Adipositas wie Diabetes, Arteriosklerose, Fettleber oder Bluthochdruck zu reduzieren“, erläutert die verantwortliche Wissenschaftlerin Claudia Hübner, Psychologin im Team von Prof. Hilbert.

Derzeit schaffen es nur 17 bis 34 Prozent der Menschen mit Übergewicht und Adipositas nach einer Gewichtsreduktion, den Abnehmerfolg langfristig zu halten. Um Adipositastherapien nachhaltiger zu machen, wäre es folglich notwendig, die gewichtsbezogene Stigmatisierung durch mehr gesellschaftliche Aufklärung zu Adipositas zu verringern und den Umgang der Betroffenen damit zu verbessern. Letzteres geschieht zum Beispiel durch das Training von Bewältigungsstrategien. Dabei lernen die Betroffenen, wann sie mit Essen auf negative Gefühle reagieren und welche alternativen Verhaltensweisen möglich sind. Patienten in der IFB AdipositasAmbulanz am Universitätsklinikum Leipzig können bei Bedarf an einem entsprechenden Training zum Stressmanagement der IFB Verhaltensmedizin teilnehmen. Wissenschaftler am IFB erforschen im Bereich Verhaltensmedizin sowie in einer speziellen Nachwuchsforschungsgruppe die Ursachen und Auswirkungen von Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit Übergewicht und Adipositas.

Quelle:
Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen der Universitätsmedizin Leipzig

Weitere Inforamtionen/Artikel:
Hübner C, Baldofski S, Crosby RD, Müller A, de Zwaan M, Hilbert A.: Weight-related teasing and non-normative eating behaviors as predictors of weight loss maintenance. A longitudinal mediation analysis.Appetite. 2016 Feb 11. pii: S0195-6663(16)30052-6. doi: 10.1016/j.appet.2016.02.017. [Epub ahead of print]


Für Sie gelesen im Februar:

Exotik im Obstkorb: Kiwano - die Gurke mit Hörnern

Sie ist gelb-orange, stachelig und hat ein leuchtend grünes Fruchtfleisch, das an Götterspeise erinnert. Die bizarre Kiwano hat ihre Heimat in Afrika südlich der Sahara. Inzwischen wird die Kletterpflanze auch in Portugal, Kenia, Neuseeland, Italien und Israel angebaut.

Die Kiwano hat einen Wasseranteil von 90 Prozent, ist kalorienarm und ballaststoffreich. Zudem enthält sie wichtige Mineralien wie Kalium und Magnesium sowie die Vitamine B und C. Ihr Geschmack ist erfrischend säuerlich mit einer leichten Gurkennote. Die Italiener bezeichnen die Exotin als "Lemonbana", ein Fantasiewort aus Zitrone und Banane. Dabei gehört die Kiwano (Cucumis metuliferus) zu den Kürbisgewächsen und ist mit Melone und Gurke näher verwandt. Die länglich-runde Frucht ist etwa 10 cm lang, 5 cm dick und mit Stacheln bedeckt, die an kleine Hörner erinnern. Daher wird sie auch Hornmelone oder Horngurke genannt.

Vor dem Verzehr wird die Kiwano zunächst gründlich gewaschen. Man isst die Frucht wie eine Kiwi: einfach längs durchschneiden und das geleeartige Fruchtfleisch mit Kernen herauslöffeln. Wer die Kerne nicht mag, passiert das Fruchtfleisch durch ein Sieb. Das ist allerdings mit etwas Aufwand verbunden. Die Schale der Kiwano ist nicht essbar, lässt sich aber gut als dekoratives Gefäß für Salate und Drinks verwenden.

In Obstsalaten wird die Frucht gerne mit Äpfeln, Bananen, Ananas und Nüssen kombiniert. Sie ist ein Hingucker im Eisbecher, Cocktail und auf dem Buffet. Aber auch Desserts, Smoothies und pikante Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten profitieren von dem außergewöhnlichen Aroma. Die Kiwano ist ganzjährig im Handel erhältlich. Beim Einkauf sind reife unbeschädigte Früchte die beste Wahl, die orange-gelb gefärbt sind und feste Stacheln haben. Bei Zimmertemperatur sind sie wenige Tage haltbar.

Quelle:
aid Presseinfo Nr. 05/16 vom 03.02.2016




Für Sie gelesen im Januar:

Winterliches Wurzelgemüse: Topinambur - die Kartoffel der Indianer

Topinambur ist ein kartoffelähnliches Wurzelgemüse mit einem nussigen Aroma. Die edle Knolle schmeckt roh und geraspelt in einem winterlichen Salat mit Fenchel und grünem Apfel. Mit einem Schuss Zitronensaft wird sie an der Luft nicht braun. Erst durch das Garen entsteht der fein-süßliche Geschmack, der in Suppen, Soßen und Pürees besonders gut zur Geltung kommt. Für eine köstliche Suppe werden die Knollen mit Knoblauch und Schalotten angeschwitzt, mit Weißwein abgelöscht und Gemüsefond aufgefüllt. Die Wurzeln vorsichtig weich garen, Sahne zugeben, fein pürieren und mit Koriandersamen würzen. Die Topinambur lässt sich auch gut im Wok anbraten oder wie Kartoffeln kochen und als Beilage zu Fleisch und Fisch servieren. Vor der Zubereitung muss die Knolle sorgfältig unter fließendem Wasser gereinigt und mit einer Gemüsebürste von Erde befreit werden. Die Schale ist essbar, wird aber häufig entfernt.

Topinambur ist nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr gesund. Sie besteht zu 80 Prozent aus Wasser und enthält daher nur 31 kcal pro 100 g. Dennoch ist sie durch den hohen Ballaststoffgehalt (12 g) sehr sättigend. Der enthaltene Ballaststoff Inulin ist für Diabetiker gut geeignet, da er sich kaum auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Weitere positive Inhaltsstoffe sind B-Vitamine sowie Mineralstoffe wie Kalium (480 mg) und Eisen (3,7 mg).

Topinambur (Helianthus tuberosus) ist eine bis zu zwei Meter hohe Staude aus der Familie der Korbblüter und mit der Sonnenblume verwandt. Sie bildet unterirdisch kartoffelgroße Knollen mit einer bräunlich-violetten Schale und cremefarbenem Fleisch, die optisch an Ingwer erinnern. Das Wurzelgemüse ist nach einem indigenen Volk Nordamerikas benannt. Im 17. Jahrhundert kam die Knolle mit den Seefahrern nach Europa und wurde als Gemüse und Viehfutter verwendet, bis die Kartoffel sie verdrängte.

Topinambur ist in gut sortierten Supermärkten, Bioläden und auf dem Wochenmarkt erhältlich, lässt sich aber auch problemlos im eigenen Garten anbauen. Nur feste Knollen mit einer unversehrten, glänzenden Schale gehören in den Einkaufskorb. Sie sind leicht verderblich und sollten daher rasch verarbeitet werden. Im Kühlschrank halten sie sich nur wenige Tage.
Quelle: aid Presseinfo Nr. 52/15 vom 23.12.2015

Weitere Informationen: Tipps für Hobbygärtner



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